In Kirchen gibt es traditionelle und regelmäßige Formen der Erinnerungskultur für Verstorbene:

  • in fast jedem Gottesdienst wird eine Fürbitte für die Verstorbenen ausgesprochen.
  • im Hochgebet der Eucharistiefeier gibt es einen eigenen Abschnitt für Verstorbene, z.B. „Gedenke auch deiner Diener und Dienerinnen (N. und N.), die uns vorangegangen sind, bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens, und die nun ruhen in FriedenWir bitten dich: Führe sie und alle, die in Christus entschlafen sind, in das Land der Verheißung, des Lichtes und des Friedens.
    oder
    Wir empfehlen dir auch jene,die im Frieden Christi heimgegangen sind,und alle Verstorbenen,um deren Glauben niemand weiß als du.
  • am Ende eines Gottesdienstes werden in den Vermeldungen die Namen der Verstorbenen der Gemeinde genannt. Dazu gibt es in der Regel ein Gebet für die Verstorbenen, das zum Beispiel mit der Formel endet: „Herr, gib ihm/ihr die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm/ihr. Herr, lass ihn/sie ruhen in Frieden. Amen.“
  • in der Regel zu Allerheiligen werden die Angehörigen von Verstorbenen des zurückliegenden Jahres zu einer Trauerfeier eingeladen. Diese findet entweder im Rahmen eines Gemeindegottesdienstes in der Kirche oder als Gräberbesuch in der Aussegnungshalle auf einem Friedhof statt. Oft wird für die einzelnen Verstorbenen eine Kerze entzündet und der Name dazu verlesen. Im Anschluss gehen die Angehörigen zu den Gräbern der Verstorbenen, die dann mit Weihwasser von einem Gemeindemitglied gesegnet werden.
  • Auch unter dem Jahr gibt es Erinnerungs- oder Gedenkgottesdienste, zu denen Angehörige von Verstorbenen – oft auch mehrerer Jahrgänge – eingeladen sind.

Unbedacht verstorben

Mit den vorliegenden Überlegungen stelle ich eine differenzierte Wahrnehmung vor, welche Aspekte sich derzeit in der Kultur der Bestattung für Unbedacht Verstorbene, Sozialbestattungen und bei angeordneten Bestattungen zeigen.

"Damit du nicht ins Bodenlose fällst, findest Du nun Deinen Platz für die Letzte Ruhe.
Damit du nicht ins Nichts entgleitest, vertrauen wir dich einem Größeren an.
Damit wir dich nicht so allein gehen lassen müssen, halten wir aus.
Damit du DU bleibst, schreiben wir deinen Namen auf den Stein."

 

Eine Aktion der Profilstelle Trauerpastoral, Kath. Dekanat Ludwigsburg
(pdf-Broschüre öffnet sich mit Klick auf das Bild)

Bestattungs- und Trauerpastoral mit Qualität

Qualitätsmerkmale im Zusammenhang mit der Bestattung von Verstorbenen und der Begleitung von Angehörigen

Hier werden Qualitätsmerkmale entwickelt und vorgestellt, an denen alle, die kirchliche Bestattungen vornehmen oder daran mitwirken, ihr Handeln ausrichten sollen. Dabei wird jeweils eine Kernaussage genannt und auf deren Konsequenzen für die pastorale Praxis hin konkretisiert.

Autoren: Steuerungsgruppe Beerdigungskultur und Trauerpastoral DRS (2018)

In der Bestattungspastoral liegt eine kostbare Chance, Menschen zu erreichen, und zugleich eine große Verantwortung – gegenüber den Menschen, die auf die Zuwendung und die Hoffnungsbotschaft der Kirche angewiesen sind und gegenüber dem Auftrag der Kirche, das Geheimnis von Tod und Auferstehung situationsgemäß zu
verkünden. Pfarrer und pastorale Mitarbeiter wissen um diese Chance und um diese Herausforderung:

  • Im Pastoralteam herrscht Konsens darüber, dass Bestattungen Vorrang eingeräumt wird vor anderen Aufgaben, die längerfristig planbar sind.
  • Die Mitglieder des Pastoralteams sind bereit, nach Möglichkeit einzuspringen, wenn ein Kollege/eine Kollegin wegen einer Bestattung eine andere Verpflichtung kurzfristig nicht wahrnehmen kann.
  • Sie sorgen dafür, dass bei jedem Todesfall zeitnah ein Seelsorger/eine Seelsorgerin erreichbar ist; ein Anrufbeantworter reicht in dieser Situation nicht aus. Dafür wird eine verlässliche Rufbereitschaft eingerichtet, innerhalb der Seelsorgeeinheit oder auf Dekanatsebene.

Was ist zu klären, woran ist zu denken?

Checkliste für Pastoralteams zur Einhaltung der Qualitätsmerkmale

Diese Qualitätsversprechen können je nach Situation auf unterschiedliche Weise erfüllt werden. Dementsprechend kann auch der Orientierungsrahmen variieren. Wichtig ist jedoch, dass die Beteiligten ihre persönliche Haltung, ihre Erfahrungen und ihre Praxis reflektieren und verbindliche Absprachen darüber treffen. Damit gibt es nach innen Verhaltenssicherheit und nach außen Erwartungssicherheit. Dies ist für die Teammitglieder selbst ebenso hilfreich wie für die Angehörigen Verstorbener, für die Gemeinden und für alle beteiligten Akteure, insbesondere die Bestatter.

Autoren: Steuerungsgruppe Beerdigungskultur und Trauerpastoral DRS (2018)

Checkliste ausfüllbar

Veranstaltungen zum Thema Trauer in Kirchengemeinden - (m)ein Angebot der Kontaktstelle

Als Beispiele nenne ich die Friedhofsbegehungen, die bisher in Hemmingen (2022), Korntal (2023), Vahingen/Enz, Ditzingen (2024) und Gerlingen (2025) stattgefunden haben.

„Konzerte in Aussegnungshallen“ gibt es seit 2022 an verschiedenen Orten, z.B. Mundelsheim, Möglingen, Neckarweihingen, Hirschlanden, Vaihingen-Enz, Murr, Korntal, Bietigheim, Erdmannhausen, Schwieberdingen und Remseck.

Neu hinzu kommen seit 2024 zahlreiche abrufbare Angebote auf Anfrage (z.B. Gesprächs-Café beim Caritas-Nachmittag in Asperg).
Solche oder ähnliche Veranstaltungen könnten auch in Ihrer Kirchengemeinde stattfinden …

Themen könnten sein:

  • Trauermodelle
  • Entwicklungen in der Friedhofs- und Trauerkultur
  • Rituale, die helfen
  • Mehr als nur Gräberbesuch - verschiedene Formen der gemeinsamen Erinnerung

GRÄBERBESUCH - liturgische Hilfe

Vorschlag für die Gestaltung der Andacht beim Gräberbesuch an Allerheiligen:

Gräberbesuch 2025 (word)   Gräberbesuch 2025 (pdf)

Vorjahre

2024 (word)  
2024 (pdf)
2023 (word)             
2023 (pdf)               
2022 (pdf)